Chronologie
Chronologie des Projektes auf der Insel Ometepe
Stand Januar 2002
Ometepe - wer oder was ist das?
Ometepe ist ein indianischer Name.
So heißt die größte der vier Inseln im Großen Nicaragua-See,
der fünfzehn Mal so groß ist wie der Bodensee. Der See liegt
im Süden von Nicaragua, dem nach Haiti zweitärmsten Land Lateinamerikas.
Die Inselbewohner
Die etwa 35.000 EinwohnerInnen der Insel sind Nachfahren der Nahua-Indianer,
die schon vor mehr als zweitausend Jahren dort gesiedelt haben. Mehr als
die Hälfte von ihnen sind unter 20 Jahre alt.
Die Bewohner der Insel sind in der Mehrheit Bauern und Viehzüchter.
Auf der Insel herrscht eine Arbeitslosigkeit von fast 90 Prozent. Etwa
jeder/jede zweite kann nicht lesen und schreiben. An vielen Stellen der
Insel gibt es kein Trinkwasser und keinen Strom. Viele Menschen trinken
das Wasser aus dem See und erkranken dann öfter auch an Cholera.
Die gesundheitliche Situation ist katastrophal. Bis vor kurzem gab es
auf der Insel, die aus zwei Vulkanen - Concepción und Maderas -
gebildet wird, kaum eine Chance z.B. bei schwerer Krankheit, Unfällen,
Risikogeburten zu überleben, weil es weder eine schnelle Transportmöglichkeit
zu den Hütten der Armen noch eine Straße existierte, um die
Familien zu erreichen.
Seit dem Frühjahr 1995 gibt es eine Verbindung - eine Schotterpiste
hinter dem Vulkan Maderas - auf der man (mühsam) die Dörfer
erreichen kann.
95 Prozent der Frauen - ein großer Prozentsatz der Bevölkerung
sind Frauen - haben im gebärfähigen Alter noch nie einen Gynäkologen
besucht. In den letzten Jahren gab es einige Todesfälle - verursacht
durch Gebärmutterkrebs, aber auch durch illegale Abtreibungen, die
oft selber unsachgemäß durchgeführt wurden.
Oft kommt es vor, dass diese Frauen sich infizieren und später an
einer Infektionskrankheit sterben.
Doch auch Unterernährung führt in diesem Land und auf der Insel
oft zum Tod.
Kinder bekommen Durchfälle und ihre Körper beginnen innerlich
auszutrocknen, sie sterben an Herzversagen.
Krankheiten, die in Europa kaum mit einem Sterberisiko verbunden sind,
werden lebensgefährlich: Bronchitis, Grippe, Malaria, Masern und
Tuberkulose z.B. Aufgrund mangelnder Hygiene liegt die Müttersterblichkeitsrate
sehr hoch. Konkrete Statistiken sagen in Nicaragua nicht viel aus, da
die meisten Menschen gar nicht erfasst werden.
Sämtliche Sozialleistungen wurden um mehr als 40% gekürzt, was
die miserable Situation der Krankenhausversorgung noch zusätzlich
verschlimmert.
Die Leistungen der Ärzte und Krankenhäuser müssen die meisten
aus eigener Tasche bezahlen. Aufgrund der Armut des Landes sind die meisten
dazu nicht in der Lage, was dazu führt, dass sie erst gar nicht zum
Arzt gehen.
Für Notfälle gibt es in Moyogalpa und in Altagracia je eine
kleine Klinik.
Allerdings können hier keine Operationen durchgeführt werden,
weil ein entsprechender OP fehlt. Im Gesundheitszentrum in Altagracia
gibt es zwei Hilfsschwestern und einen Dentisten, der auch als praktischer
Arzt tätig ist.
In den entfernten Dörfern gibt es drei Gesundheitsposten mit je einer
Hilfsschwester besetzt. (Hilfsschwestern in Nicaragua übernehmen
oft Aufgaben, die in Deutschland nur ein Arzt ausführen dürfte.)
Aufgrund dieser Analyse war uns rasch klar, dass wir vor allem in zwei
Bereichen unsere Hilfe anbieten wollten:
im Gesundheitssektor und im Bereich der Bildung
Was ist von Ostern 1993 bis November 1995 geschehen?
Ostern 1993
Erster Besuch von Monika und Michael Höhn auf der Insel Ometepe und
Gespräche mit Vertretern der katholischen Kirche von Altagracia und
Alcides Flores, Agraringenieur in Santo Domingo/Ometepe
Die Familie Flores hatte der katholischen Kirche ein Stück
Land geschenkt.
Etwa 2000 freiwillige Helfer wollten sich an dem Bau eines Zentrums beteiligen,
in dem folgende Aktivitäten stattfinden sollten:
Kirchliche Aktivitäten, Familien- und Jugendarbeit, ärztliche
und zahnärztliche Versorgung, Sozialarbeit.
Plan und Kostenvoranschlag wurde an Ehepaar Höhn übergeben.
Es handelte sich dabei um eine Summe von etwa 15.000 DM.
Dieses Geld kam aus privaten Spenden anlässlich der Silberhochzeit
von Höhns zusammen und wurde in kleineren "Portionen" von
Vertretern des Österreichischen Entwicklungsdienstes an Padre Cuadra
überbracht.
Damit konnte der Bau des geplanten "Centro Servicios Multiples"
beginnen.
März 1994
Zweiter Besuch von Monika und Michael Höhn auf Ometepe.
Kontakte zu dem Sänger und Künstler William Agudelo, Managua,
der mittlerweile schon zwei Konzerte in Wiehl gegeben hat. (19.11.1993
und 9. Juni 1995)
Ostern 1995
Pfarrerin Sabine Heimann aus Gummersbach-Derschlag, Rita Zirwes, Lehrerin
an der Gummersbacher Realschule, Dr. Michael Zirwes, Zahnarzt, Monika
Höhn, Autorin und Michael Höhn, Pfarrer und Autor, fliegen als
erste oberbergische Delegation nach Nicaragua auf die Insel Ometepe.
Kontakte zu Zahnärzten, Krankenhäusern, Ärzten, Schwestern,
Pflanzenprojekten, Kirche und Kirchenvertretern, Bürgerkomitee, Schule
und Lehrer und Lehrerinnen, vor allem jedoch zur Bevölkerung in Santo
Domingo, die immer wieder um Hilfe bittet im gesundheitlichen Bereich,
aber auch im Bereich von Bildung.
GesprächspartnerInnen vor Ort: Krankenschwester und Hebamme Sonia
Kofler, Gynäkologe Dr. Carlos Flores, Alcides Flores, Agrarökonom,
Padre Louis, Kath. Gemeinde Altagracia, Dr. Melida Luna, Zahnärztin.
Zurück in Deutschland:
Die Gemeinde Derschlag erklärt das Projekt Ometepe auch zu ihrer
Aufgabe und richtet ein Spendenkonto ein. Das Kreiskirchenamt (Herr Schell;
später Frau Bessel) betreut das Spendenkonto.
In den darauf folgenden Jahren gab es regelmäßige jährliche
Besuche auf Ometepe, ab 1997 auch Gegenbesuche von Seiten der nicaraguanischen
ProjektpartnerInnen.
Seit September 1995
ist es durch die Spenden der Freundinnen und Freunde von Ometepe möglich
geworden, den Menschen vor Ort kostenlos medizinisch Erste Hilfe zu leisten.
Die Krankenschwester und Hebamme Sonia Kofler, die Zahnärztin Dra.
Melida Luna und der Gynäkologe Dr. Carlos Flores, mit dem Jeep fahren
seit dieser Zeit regelmäßig jeden Dienstag in die entlegenen
Dörfer hinter dem Vulkan Maderas.
Oktober 1995
"Gold für Ometepe": Dr. Michael Zirwes startet diese Aktion.
Zahngold aus Brücken und Kronen wird gesammelt und kostenlos in einer
Scheideanstalt getrennt. Der Materialwert fließt nach Ometepe.
Aus der Öffentlichkeitsarbeit
Kontakte zu den verschiedenen Organisationen und Vereinen. Austausch mit
Städtepartnerschaften, Gespräche mit Verlagen und ProfessorInnen.
Presse, Rundfunk, PfarrerInnenschaft erhalten Informationen über
Ometepe. Schulgottesdienste, Klassengespräche, SchülerInneninformationen,
Fortbildungen mit LehrerInnen finden statt.
Presseartikel in verschiedenen Zeitungen.
Regelmäßige Kontakte über Telefon und Fax zur Insel Ometepe.
Regelmäßige Berichte über die Arbeit der drei Ärzte,
die wir finanzieren und die die Menschen in ihren Dörfern behandeln.
25. November 1995
1. Ometepe-Fest im Ev. Gemeindehaus Oberwiehl:
Dank an alle Spenderinnen und Spender, Informationen an Interessierte,
arbeiten und miteinander feiern für Eine Welt (dazu gehören
auch Büchertische, Verkauf von Nicaragua-Kaffee, Möglichkeiten
zum Austausch im Gespräch zwischen BürgerInnen und PolitikerInnen,
Sensibilisierung von Jugendlichen für Dritte-Welt-Arbeit.)
In den folgenden Jahren gab es auf deutscher Seite zahllose Veranstaltungen
in Kindergärten, Schulen und Kirchengemeinden, die alle ein Ziel
hatten:
Ometepe bekanntzumachen und die unterschiedlichsten SponsorInnen für
das Projekt zu gewinnen.
Bis 2001 gab es mittlerweile sieben Ometepe-Feste, an denen jährlich
hunderte von Förderern des Projektes teilnahmen.
21. Mai 1996
Eröffnung der Fotoausstellung "Menschen auf Ometepe"
in den Beruflichen Schulen in Gummersbach-Dieringhausen in Anwesenheit
des Botschafters, der Schulleitung und des Oberkreisdirektors Heribert
Rohr.
Unterstützt wird die etwa zweiwöchige Aktion von der Klasse
BFH.40, Andrea Klingler mit der BFR.50, Jürgen Neubert mit der Klasse
BBZ.50, von der SV, der Schulleitung, von ReligionskollegInnen, weiteren
KollegInnen der Berufsschule. Außerdem gibt es eine Ausstellung
mit Gegenständen von der Insel.
Sammelaktion erbrachte über 400 Brillen, Gehhilfen, Gummihandschuhen
und Einwegspritzen.
"Ein Brunnen für Ramos"
Im Zusammenhang der Fotoausstellung initiierte Oberstudienrat Henner Schmidt
eine Geldsammlung. Die Spende wurde von Monika und Michael Höhn am
11.8.96 dem Brunnenkomitee von Ramos-Sta. Teresa persönlich übergeben.
(Verwalter dieser Aktion: Alcides Flores)
27. September 96
Der Ausschuß für Ökumene der EV.KGM Derschlag beschließt,
sich schwerpunktmäßig mit der Unterstützung und Veröffentlichung
des Ometepe-Projektes in der Gemeinde zu befassen.
1997
3. Ometepe-Fest in der Dorfhütte Börnhausen. Anlässlich
dieses Festes kamen fast 15.000 DM zusammen
12. Oktober 1997
WDR 5 - Geistliches Wort - Monika Höhn - "Global denken, lokal
handeln" - Am Beispiel Ometepe
11. November 1997
St. Martins-Zug in Marienberghausen - Das Ometepe-Projekt wird in der
Pfarrscheune in einer Ausstellung bekanntgemacht (M. & M. Höhn).
Kindergarten und Grundschule sammeln insgesamt 1486.- DM für Ometepe
November 1997
Karin Kriegeskotte vom Ökumenischen Ausschuss der Gemeinde
Derschlag übernimmt im Initiativkreis die Stelle der wegen Arbeitsplatzwechsels
ausgeschiedenen Sabine Heimann.
Von hier an wird die Chronologie in den nächsten Wochen noch ergänzt!
Kontakte und Informationsaustausch
mit verschiedenen Organisationen und Gruppen
1. Adveniat, Essen
2. Botschaft von Nicaragua, Berlin
3. BUKO - Bundeskongreß Entwicklungspolitische Aktionsgruppen, Bielefeld
4. Bürgerinitiative für Kulturprojekte Nicaragua, Wuppertal,
Heidi König
5. Bürgerinitiative Moyogalpa, Isla de Ometepe
6. Bürgermeister der Stadt Wiehl, Werner Becker-Blonigen
7. Bürgermeisteramt in Altagracia
8. Casa de los tres mundos, (Haus der drei Welten), Granada, (Dietmar
Schönherr)
9. CEPAD (Evangelischer Kirchenrat von Nicaragua)
10. Christliche Romero-Initiative, Münster
11. EDCS - Ökumenische Entwicklungsbank
12. Ein Bücherbus in Nicaragua e.V., Frankfurt, Frau Zils
13. Ev. Kirche im Rheinland, Zivildienstseelsorge;
14. Fundación Entre Volcanes (FEV) auf Ometepe
15. Hilbig, Wulf, Hanau Partnerschule in Diriamba (GEW)
16. Kath. Kirchengemeinde Himmelberg/Kärnten (Herkunftsort von Sonia
Kofler)
17. Katholische Kirche in Altagracia
18. Kliniken von MINSA (Gesundheitsministerium) auf Ometepe
19. Landeskirchenamt der Ev. Kirche im Rheinland, Abt. Entwicklungshilfe
20. Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V.
21. Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal, Hermann Schulz
22. Prof. Dr. Karin Holm, Arbeitsstelle Dritte Welt, Fachhochschule Düsseldorf
23. Prof. Dr. Uwe Gerber, Darmstadt
24. Schulministerium (MED) in Altagracia
25. Städtepartnerschaft Bainbridge (USA) - Ometepe, Ela und Kim Esterberg
26. Städtepartnerschaft Herne - Ometepe
27. Unsere kleinen Brüder und Schwestern, Karlsruhe
28. Städtepartnerstadt Frankfurt - Granada
29. Ev. Akademie Iserlohn
30. MISEREOR, Aachen
31. Erzbistum Köln, Abtl. Weltkirche/ Weltmission, Markus Perger
32. Deutscher Entwicklungsdienst (DED)
33. Vernetzungen mit verschiedenen NGOs, die mit und in Nicaragua arbeiten
34. " Kampagne "Entwicklung braucht Entschuldung - erlassjahr.de":
www.erlassjahr.de
35. " Städtefreundschaft Frankfurt-Granada - www.staedtefreundschaft-frankfurt-granada.de